Ettore Bugattis „pur sang“, seine mit Vollblütern verglichenen schnellen Automobile sind das Thema vieler Bücher, in denen auch als Radnotizen seine Liebe zum Pferd anklingt. Wie weit diese allerdings ging, war ungeklärt.

Im neuen Werk „Horseman Bugatti“ wird seiner Passion für das Pferd systematisch nachgespürt. Auf den Spuren von Ettore Bugatti als Pferdemann, Reiter und Fahrer von sportlichen Kutschen kommt der Autor zu erstaunlichen Schlüssen: In Molsheim führte der „Patron“ Bugatti in den 1920er und 1930er Jahren das Leben eines „gentleman farmer“ mit grossen Pferdestallungen, einer Reithalle, Geschirr- und Sattelkammeren und einer Sammlung von über 40 Kutschen. Diese fuhr er Zeit seines Lebens selbst ein- bis vierspännig.

Was einst schon seine Tochter und enge Freunde vermuteten, bestätigt sich. Ettore Bugatti waren seine Pferde fast lieber als seine „pur sang“ auf vier Rädern. Als er vor dem Zweiten Weltkrieg das Elsass verliess, nahm er neben einem Royale und wenigen Automobilen fast seine ganze Kutschensammlung mit in die Gegend von Paris.

Nach langjährigen Recherchen kann seine heute auf verschiedene Staaten Europas und den USA verstreute Kutschensammlung zusammen mit den zugehörigen Geschirren rekonstruiert werden.

Erstmals werden dabei seine eleganten Eigenkonstruktionen von Pferdewagen aus der Zwischenkriegszeit des 20. Jahrhunderts im Detail in Wort und Bild vorgestellt, die er für den Eigenbedarf anfertigen liess.

Diese entstanden in Molsheim und Paris nach eigenen Entwürfen des Meisters selbst, übrigens ebenso wie die dazugehörigen Pferdegeschirre mit besonderen Beschlägen. Auch dem Einfluss alter Equipagen auf die Karosserien der Marke Bugatti wird hier nachgegangen, dem bekannten „style fiacre“ beziehungsweise „Bugatti style“.

Dabei entsteht ein lebendiger Einblick in eine bislang unterschätzte Facette im Leben des bekannten Autokonstrukteurs.

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